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Ex-Opel-Chef: E-Auto ohne Förderung deutlich teuer als Verbrenner

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Von: Simon Mones

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Ab 2023 wird die Umweltprämie reformiert. Ein Wegfall würde laut dem Ex-Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz besonders für kleine Elektroautos zum Problem.

Rüsselsheim – Wer derzeit ein Elektroauto in Deutschland kauft, der profitiert noch von bis zu 9.000 Euro netto an Fördergeldern. Zumindest, wenn er seinen Stromer bis Ende des Jahres zugelassen bekommt. Einige Hersteller haben deswegen garantiert, die Autos – trotz Chipmangel – noch rechtzeitig zu liefern. Denn ab 2023 wird die Umweltprämie reformiert und gilt dann nur noch für voll elektrische Autos. Zwei Jahre später könnten die Fördergelder dann komplett auslaufen.

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Das könnte grade für kleinere Elektroautos zu einem Problem werden. „Ein E-Auto kostet heute ohne Förderung etwa 50 Prozent mehr als ein vergleichbarer Verbrenner“, betont der ehemalige Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz (58), der nach nur acht Monaten im Amt eine neue Aufgabe bei Stellantis übernimmt, in einem Interview mit der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“.

Landesregierung besucht Opel-Werk Rüsselsheim
Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz glaubt nicht, dass kleine Elektroautos ohne Förderung marktfähig sind. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Ex-Opel-Chef: E-Auto ohne Förderung deutlich teuer als Verbrenner

Käufer von Volumenmodellen seien davon deutlich stärker betroffen als Kunden im Premium-Segment, macht der Ex-Opel-Chef deutlich. Daher sei es aus seiner Sicht unabdingbar, die Förderung fortzusetzen, damit auch kleinere Elektroautos marktfähig seien. Bei Audi glaubt man ebenfalls nicht an einen Erfolg der kleinen Stromer, weswegen der A1 und Q2 keine Nachfolger bekommen.

Hochgeschurtz, der seinen Kunden unlängst dazu geraten hat, Elektroautos zu kaufen, glaubt jedoch an die Förderung und wünscht sich, „dass die Innovationsprämie für rein elektrische Fahrzeuge über das Jahr 2022 hinaus gilt. Damit es weiterhin auch bezahlbare umweltfreundliche Kleinwagen geben kann.“

Ex-Opel-Chef: Kunden fahren kaum noch Langstrecke

Als Beispiel nennt der ehemalige Opel-Chef den Corsa-e. Ohne Förderung schlägt der kleine Stromer mit mindestens 32.895 Euro zu Buche. Für die Version mit Verbrennungsmotor rufen die Rüsselsheimer indes nur 19.940 Euro aus. Ein deutlicher Preisunterschied, der sich durch den Umweltbonus etwas verringert. Viele Kunden scheint die geringe Förderung jedoch nicht abzuschrecken, wie eine Studie zeigt.

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Neben der Förderung sind für Hochgeschurtz aber auch schnellere Ladezeiten und eine bessere Infrastruktur ausschlaggebend dafür, dass kleinere Elektroautos genutzt werden. „Die meisten Kunden fahren gar nicht jeden Tag mehrere Hundert Kilometer, und sobald sie überall schnellladen können, brauchen sie keine übergroßen Akkus. Deshalb brauchen wir eine dichtere Lade-Infrastruktur“, betont der Ex-Opel-Chef.

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