Bei Hannover 96

Frontzeck startet Fünf-Spiele-Mission

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Michael Frontzeck beginnt die Rettungsmission in Hannover.

Hannover - Nur einen Tag nach der Entlassung von Tayfun Korkut nimmt Michael Frontzeck bei Hannover 96 seine Arbeit auf. Das erste Training findet am Vormittag statt, am Samstag kommt es zum Heimspiel gegen Hoffenheim. Sein Assistent wird ein alter Bekannter.

Startschuss für Michael Frontzeck bei Hannover 96: Einen Tag nach seiner Vertragsunterschrift leitete der neue Trainer der Niedersachsen gemeinsam mit seinen Assistenten Steven Cherundolo und Jan-Moritz Lichte am Dienstagmorgen die erste Übungseinheit.

Frontzeck soll den Bundesliga-Club als Nachfolger des beurlaubten Tayfun Korkut vor dem Abstieg retten. Der ehemalige Nationalspieler hatte den Vorzug vor Peter Neururer erhalten, mit dem Clubchef Martin Kind ebenfalls verhandelt hatte. Am Samstag sitzt Frontzeck erstmals als Cheftrainer auf der Bank, wenn es gegen Hoffenheim geht. Frontzeck hatte schon von 2004 bis 2005 als Co-Trainer bei 96 gearbeitet.

Viel Zeit zum Einarbeiten bleibt dem Ex-Nationalspieler nicht. Frontzeck muss mit seinen Assistenten der völlig verunsicherten Mannschaft in einem Schnellkurs neues Selbstbewusstsein vermitteln. Bereits am Samstag kommt es zum wichtigen Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim. Nach zuletzt 13 Spielen ohne Sieg beträgt der Vorsprung zum Relegationsplatz gerade einmal zwei Punkte.

"Wir werden es auch dieses Mal schaffen", sagte der 51-Jährige der "Bild"-Zeitung. Der frühere Nationalspieler war bereits vor zehn Jahren bei Hannover tätig und erhielt nun einen Vertrag bis Ende der Saison. "Eine sehr reizvolle Aufgabe. Damals in den anderthalb Jahren als Co-Trainer unter Ewald Lienen habe ich mich schon sehr wohlgefühlt in Hannover."

Die Hoffnungen und Erwartungen, die der Traditionsverein in den Nachfolger des glücklosen Tayfun Korkut setzt, sind groß. "Michael Frontzeck hat als neuer Cheftrainer unser volles Vertrauen, die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen", erklärte Clubchef Martin Kind. Nach der Beurlaubung von Korkut - die Jobgarantie für den Deutsch-Türken erwies sich letztlich als wertlos - entschied sich der starke Mann bei den Niedersachsen bei der Trainersuche gegen den als Feuerwehrmann bekannten Peter Neururer und für Frontzeck.

Die Retter-Bilanz des 51-Jährigen fällt zwiespältig aus. Bei seiner ersten Profi-Station als Cheftrainer stieg er 2006/07 mit Alemannia Aachen aus der Bundesliga ab. In Bielefeld schaffte er zwar ein Jahr später den Klassenverbleib, in der darauffolgenden Saison wurde er aber vor dem letzten Spieltag entlassen. Auch in Mönchengladbach und beim Zweitligisten FC St. Pauli, wo er zuletzt bis November 2013 tätig war, ereilte ihm das vorzeitige Aus.

Trotz der relativ langen Pause vom Fußball-Geschäft traut die 96-Führung dem neuen Coach die Rettung zu. "Er kennt die Bundesliga und verfügt über vielfältige Erfahrungen", urteilte Sportdirektor Dirk Dufner über Frontzeck. Sollte er den Abstieg bei seiner Fünf-Spiele-Mission verhindern, verlängert sich Frontzecks Vertrag um ein Jahr.

Das Restprogramm der 96-Mannschaft ist im Vergleich zu den anderen Abstiegskandidaten anspruchsvoll. Es bietet aber bei drei Heimspielen gegen Hoffenheim, Werder Bremen und den SC Freiburg durchaus Chancen, die nötigen Punkte zu sammeln. Auswärts muss Frontzeck mit seinem neuen Team in Wolfsburg und in Augsburg antreten.

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