Marcus Piehl aus Bassen könnte neuer Pastor der St. Johannis-Gemeinde Nordstemmen werden

„Wirklich ein kleiner Traum“

Marcus Piehl könnte bald der neue Pastor für die St. Johannis-Gemeinde sein. Seine Aufstellungspredigt hält er am 17. Januar.

NORDSTEMMEN Als der langjährige Nordstemmer Pastor, Manfred Hallwaß, im Juli des vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat sich für die St. Johannis-Kirchengemeinde einiges verändert. Doch nachdem die Bewerbungen auf die freie Stelle sorgfältig abgewogen wurden, könnte schon bald wieder mehr Routine einkehren.

In Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand haben die Pastoren Bernd-Ulrich Rüter und Armin Schneider daraufhin im Team die Vakanzvertretung übernommen. So kann zumindest der wichtigste Teil des Kirchenlebens aufrechterhalten werden. Doch im Vergleich zu einem eigenen Pastor für die Kirchengemeinde, ist das nur eine kurzweilig funktionierende Zwischenlösung, da sich beide Pastoren zusätzlich noch um andere Kirchengemeinden kümmern müssen.

Vier Bewerber

Daher ist es umso besser, dass die Suche nach einem neuen Pastor erfolgreich gewesen zu sein scheint. Aus vier Bewerbern hat der Kirchenvorstand einstimmig einen ausgewählt, der den Gemeindemitgliedern am Sonntag, 17. Januar, vorgestellt wird. Dabei handelt es sich um Pastor Marcus Piehl, der derzeit noch in Bassen bei Oyten, Landkreis Verden, lebt und in der dortigen St. Petri-Kirchengemeinde arbeitet. Mit seiner Frau Friderike und ihren gemeinsamen vier Töchtern im Alter von sieben bis 13 Jahren hat er die vergangenen sechs Jahre dort verbracht. Zuvor belegte er fünf Jahre lang eine Dreiviertelstelle als Pastor bei Bremervörde.

Gebürtig stammt der 45-Jährige aus Bad Nenndorf. „Das war auch ein Grund“, verrät er, dass er mit einem Umzug nach Nordstemmen wieder näher an seiner Heimat wäre. Auf Nordstemmen gekommen ist er aber erst durch die Stellenanzeige: „Die Annonce der Nordstemmer Kirchengemeinde hat uns sehr angesprochen. Die Überlegung, sich zu verändern, war schon vorher da, aber aktiv gesucht haben wir nicht.“

Doch Nordstemmen scheint genau das Richtige zu sein, denn: „Da sind viele Dinge, an die wir anknüpfen können.“ Damit spielt Marcus Piehl vor allem auf die Arbeit mit den Jugendlichen, das Konzept für die Konfirmanden und die verschiedenen Gottesdienstformen an – alles Dinge, die ihn besonders ansprechen. „Die Sachen, die in der Gemeinde schon laufen, und auch das Gemeindekonzept und das Leitbild gefallen uns gut. Wir haben auch mit dem Kirchenvorstand gemerkt, dass wir einen Draht zueinander haben“, nennt er eine wichtige Basis für eine gute Zusammenarbeit, in die auch seine Frau weitestgehend integriert wird.

Auch für seine Töchter sei Nordstemmen ein geeigneter Ort zum Wohnen, macht er unter anderem auf die Bildungsvielfalt aufmerksam: „Da hat man die Qual der Wahl.“ Denn während die Jüngeren auf jeden Fall die Grundschulen in der Gemeinde besuchen sollen, müsse zwischen den weiterführenden Schulen noch eine Entscheidung getroffen werden. Durch die Nähe zu Hildesheim und die gute Anbindung dorthin gebe es da zahlreiche Möglichkeiten.

Ein positiver, aber nicht entscheidender Nebeneffekt sei das große Pfarrhaus, in dem auch eine Großfamilie wie seine vernünftig leben könne. Außerdem gefalle ihm das Zusammenspiel der verschiedenen kirchlichen Gebäude am Kirchbrink: „Das ist wirklich ein kleiner Traum.“

„Glaube im Alltag“

Offiziell entschieden ist allerdings noch nichts. Am Sonntag, 17. Januar, hält Marcus Piehl im 10-Uhr-Gottesdienst seine Aufstellungspredigt in der St. Johannis-Kirche. Dafür hat er sich als grobes Thema „Licht des Glaubens im Alltag“ ausgesucht, da es sich um den zweiten Sonntag nach Epiphanias, dem Erscheinungsfest, handelt. Danach haben die Gemeindeglieder bei Bedarf die Gelegenheit, Einsprüche zu erheben und schriftlich einzureichen. „Wenn es läuft wie geplant, wird es ungefähr im Juni so weit sein“, macht der Pastor darauf aufmerksam, dass zunächst noch die Sanierungsarbeiten im Nordstemmer Pfarrhaus abgeschlossen werden müssen und auch seine Töchter erst zum nächsten Schuljahr die Schule wechseln sollen. Auch hätte er gerne ausreichend Zeit, um sich entsprechend von den Oytener Bürgern zu verabschieden.

Kommentare