Mögliche Windpark-Erweiterung ist laut Adensens Ortsbürgermeister Henning Lange ein „schwieriges Thema“

„Sachlichkeit im Vordergrund“

Ein Teil des Windparks Adensen/Schulenburg: Insgesamt elf Windräder stehen dort westlich und östlich der Bundesstraße 3. Nach Plänen der Gemeinde Nordstemmen könnten drei weitere auf Adenser Gebiet hinzukommen. Foto: Zimmer

ADENSEN Während in Rössing und Klein Escherde die Frage „Windpark – Ja oder Nein?“ kreist, steht Adensen einem ganz ähnlichen Kampf gegenüber. Sowohl im Raumordnungsprogramm der Region Hannover als auch im Flächennutzungsplan der Gemeinde Nordstemmen ist eine Erweiterung des dortigen Windkraft-Standortes geplant – allerdings auf unterschiedliche Art und Weise.

Die hannoverschen Pläne haben sowohl der Ortsrat Adensen als auch die Gemeinde Nordstemmen deutlich abgelehnt, wobei diese Stellungnahme die endgültige Entscheidung maximal beeinflussen, nicht aber bestimmen kann. Hierbei sollen zusätzliche Windenergieanlagen auf Pattenser Gebiet östlich der Bundesstraße 3 errichtet werden, die insbesondere für Schulenburg und Adensen belastend wirken würden. Da Adensen hierbei in zwei Himmelsrichtungen von Windrädern umgeben wäre, wurde sich gegen diesen Plan ausgesprochen, um eine einkreisende Wirkung zu verhindern.

„Das ist für uns sehr wichtig, da wir uns durch diese Planungen doch sehr benachteiligt fühlen“, spricht Adensens Ortsbürgermeister Henning Lange seine Freude darüber aus, dass er mit dieser Meinung nicht alleine dasteht.

Die Pläne der Gemeinde Nordstemmen seien da schon eher zu akzeptieren, wie es Henning Lange vorsichtig ausdrückt. Denn es sei durchaus noch Potenzial vorhanden, um die Fläche zu erweitern und einige zusätzliche Anlagen zu errichten. Und genau das könnte laut der Änderung des Flächennutzungsplans für die Gemeinde passieren: Bis zu drei Windräder könnten auf Adenser Gebiet neu dazukommen. Dabei erwähnt er, dass die bisher dazu abgegebene Stellungnahme des Ortsrates sich nicht gegen die Erweiterung des Standortes an sich, sondern gegen die Abstandsverringerung zum Ort gerichtet habe. „Das hat nichts damit zu tun, ob ich Befürworter oder Gegner bin, sondern ich versetze mich nur in die Situation, wie ich handeln würde, wenn das Haus mir gehören würde“, macht Henning Lange auf ein im Außenbereich des Ortes liegendes Haus aufmerksam, das nicht mit den üblichen Regelungen behandelt wird. Stattdessen könnte der Abstand zu diesem Grundstück auf 450 Meter verringert werden, was der Ortsbürgermeister gerne verhindern würde.

Was für ihn außerdem etwas unklar ist, sind die unterschiedlichen Begründungen der Region Hannover und des Landkreises Hildesheim, wenn es um erstellte Gutachten geht. So würde der geplanten Erweiterung, die in der Änderung des Flächennutzungsplans für die Gemeinde Nordstemmen vorgesehen ist, aus Sicht des Landkreises nichts entgegenstehen. Die Region Hannover habe für diese Fläche jedoch sehr hohes artenschutzrechtliches Konfliktpotenzial festgestellt. „Da stellt sich die Frage: Was ist richtig?“, sagt Henning Lange. „Für mich ist das selbst sehr verwirrend. Es ist ein schwieriges Thema“, bedauert er auch, dass er auf die Fragen einiger Bürger häufig keine Antworten weiß.

„Für mich ist es wichtig, dass die Sachlichkeit im Vordergrund bleibt“, legt er großen Wert darauf, dass eine „möglichst richtige Entscheidung“ getroffen wird. Daher sollte darauf geachtet werden, Diskussionen zu diesem Thema nicht persönlich zu nehmen, sondern die Interessen aller im Blick zu behalten. „Was ich sehr positiv finde, ist, dass die Gemeinde Nordstemmen die Einwände und Einsprüche sachlich und ordentlich prüft, um rechtlich alles richtig zu machen“, lobt er, dass sich dafür die notwendige Zeit genommen wird.

Aber dennoch: „Wir haben schon einmal kräftig Ja zur Windenergie gesagt. Wir sind jetzt in einer Situation, in der wir aufpassen müssen, dass es nicht überstrapaziert wird“, macht Henning Lange auf die grundsätzlich offene Einstellung des Dorfes zur Energiewende aufmerksam: „Wir haben ein riesiges Potenzial an Photovoltaik-Anlagen.“ Und tatsächlich sind auf zahlreichen Dächern von Adenser Wohnhäusern die glänzenden Platten zu sehen.

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