„Zeichen setzen“: KuNo-Künstlerinnen eröffnen ihre erste Ausstellung im Nordstemmer Rathaus

„Kunst darf Fragen aufwerfen“

Die erste Ausstellung der KuNo-Künstlerinnen führt ins Nordstemmer Rathaus (von links): Judith Riemer, Kim-Denise Uhe, Marion Kerns-Röbbert und Martina Rick. Fotos: Zimmer

NORDSTEMMEN „Zeichen setzen“ wollen nun die vier Künstlerinnen des Kunsthauses Nordstemmen (KuNo), Kim-Denise Uhe, Marion Kerns-Röbbert, Martina Rick und Judith Riemer. Als Ort für ihre gemeinsame Ausstellung unter diesem Titel dient ihnen für die kommenden Wochen und Monate das Nordstemmer Rathaus.

Nun wurde die Ausstellung offiziell eröffnet, wozu auch Sevda Evcil, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Nordstemmen, einige Worte sagte. Anlässlich des internationalen Frauentages erinnerte sie an die Schwierigkeiten, die Frauen vor einiger Zeit hatten und zum Teil heute noch haben, sich in der Welt mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen durchzusetzen. Auch in der Kunst sei es für Frauen häufig nicht leicht gewesen, sich zu beweisen. Sie sprach darüber, „welche Hürden Frauen überwinden mussten und müssen, um ihre Ziele erreichen zu können“, und dass es daher umso schöner sei, nun vier Künstlerinnen mit ihren Exponaten im Rathaus begrüßen zu dürfen.

„Ich freue mich sehr darüber, dass wir in Nordstemmen seit geraumer Zeit wieder ein Kunsthaus eröffnen durften“, sagte Gemeindebürgermeister Norbert Pallentin dazu und stellte die Ausstellung kurz vor: „Unterschiedliche Themen, unterschiedliche Schwerpukte, unterschiedliche Herkünfte.“ Zu finden sind die Bilder nicht in den einzelnen Räumen des Rathauses, sondern in den Fluren und Treppenaufgängen. So können Interessierte durch die Gänge schlendern und sich in aller Ruhe die Kunst der vier Frauen anschauen. „Es dient auch dazu, die Angst vor dem Rathaus ein bisschen zu nehmen“, erklärte Pallentin, dass der Besuch des Verwaltungsgebäudes auf diese Weise auch ganz ungezwungen ermöglicht werden kann. „Ich freue mich, dass wir unser Rathaus so verschönern können“, sprach er über einen weiteren positiven Aspekt der Ausstellung, die zwar nicht die erste im Gebäude sei, aber dennoch etwas Besonderes darstelle.

Bevor sich die Gäste auf den Weg durch das Rathaus machten, ergriff KuNo-Vorsitzende Kim-Denise Uhe noch einmal kurz das Wort. „Das KuNo sind in erster Linie vier Frauen mit unterschiedlichen Ansätzen“, erklärte sie, dass die Künstlerinnen durch das Kunsthaus zwar auf gewissen Weise zusammengehören, aber dennoch auf völlig andere Weise ihre Fantasie und ihre Gefühle auf die Leinwand bringen. „Kunst darf gefallen, muss aber nicht. Kunst darf auch Fragen aufwerfen“, verriet sie außerdem, dass der tiefere Sinn eines Bildes vielleicht nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist, weshalb ein Innehalten manchmal erforderlich ist: „Wir stecken Bilder in Schubladen. Sie gefallen uns oder sie gefallen uns nicht. Wir nehmen uns gar nicht mehr die Zeit, hineinzutauchen.“

Für die Jugend

Neben der Bitte, einzutauchen in die neue Farb- und Motivvielfalt der Rathausgänge, hatte sie noch eine Überraschung im Gepäck, für die sie großen Applaus erntete: „Wir haben uns überlegt, dass wir 30 Prozent aus dem Erlös der Bilder der Jugendarbeit in Nordstemmen zur Verfügung stellen möchten.“ Um somit auch für die Jugendarbeit einen schönen Betrag zusammenzubekommen, steht jedes einzelne der ausgestellten Bilder zum Verkauf.

Wie genau die Künstlerinnen mit ihren Bildern „Zeichen setzen“ und was die verschiedenen Exponate aussagen, kann ab sofort zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses entdeckt werden: montags, dienstags, donnerstags und freitags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags außerdem noch in der Zeit von 15 bis 18 Uhr. Gelegentlich werden die Künstlerinnen auch selbst wieder vor Ort sein, so dass ihnen mit etwas Glück noch weitere Fragen zu ihren Bildern gestellt werden können. Anderenfalls sind sie aber auch über das KuNo für Fragen zur Ausstellung zu erreichen.

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