Ortsbrandmeister-Wahlvorschlag: Patrick Eisfelder und Björn Lübbecke sollen Uwe Schmull und Holger Birkner ablösen

„Die Chemie muss stimmen“

Björn Lübbecke (links) und Patrick Eisfelder: Das neue Führungsteam der Nordstemmer Ortswehr? Darüber entscheidet am 15. März der Rat der Gemeinde Nordstemmen.

NORDSTEMMEN „Es ist sehr voll dieses Jahr. Es wundert nicht: Es ist alle sechs Jahre so voll“, begrüßte Ortsbrandmeister Uwe Schmull die Teilnehmer zur Jahreshauptversammlung der Nordstemmer Ortsfeuerwehr. Der Grund für das große Interesse: Die Erarbeitung eines Wahlvorschlags, da Uwe Schmull und sein Stellvertreter Holger Birkner ihre Ämter in andere Hände geben wollen.

Während seines Berichtes gab Holger Birkner einen kurzen Überblick: 70 Dienste verrichtete die Ortswehr im Jahr 2015 und leistete damit 250 Einsatzstunden. Die Kameraden seien zu zehn Unfällen mit eingeklemmten Personen gerufen worden. „In den vergangenen Jahren waren es nie mehr als fünf“, machte er auf diese Rekordzahl aufmerksam, bevor er kurz auf die Neuwahl zu sprechen kam: „Ich bin stolz auf das, was Uwe und ich in den vergangenen 18 Jahren aus dieser Feuerwehr gemacht haben. Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“

Uwe Schmull hob sich seine Worte zur Neuwahl für später auf und erklärte zunächst kurz die Wahlregeln. Die 37 Wahlberechtigten, die anwesend waren, bekamen Zettel zum Ankreuzen, die sie in einer extra dafür aufgebauten Wahlkabine anonym ausfüllen konnten. Begleitet wurde dieses Prozedere, das zweimal stattfand – einmal für den neuen Ortsbrandmeister und einmal für seinen Stellvertreter – vom Blasorchester Nordstemmen, das den gesamten Abend immer wieder musikalisch umrahmte.

Doch zuvor galt es, Vorschläge für die Posten einzuholen. „Es geht hier um was“, betonte Uwe Schmull und schlug zugleich selbst einen möglichen Nachfolger vor: Patrick Eisfelder. Weitere Vorschläge wurden nicht unterbreitet. Mit 28 Ja- und acht Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung war es klar: Patrick Eisfelder soll der neue Ortsbrandmeister für Nordstemmen werden.

Statt daraufhin seinen eigenen Nachfolger vorzuschlagen, sagte Holger Birkner: „Die Chemie muss stimmen zwischen den beiden“, und bat somit den Neugewählten, seinen Stellvertreter selbst zu wählen. Der zögerte auch nicht lange und schlug Björn Lübbecke als stellvertretenden Ortsbrandmeister vor. Doch erklärte er, dass er weniger einen Stellvertreter, sondern vielmehr einen Partner brauche, mit dem er die Arbeit im Team angehen könne. Mit 30 Ja-Stimmen zu sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde auch dieser Vorschlag von den aktiven Kameraden angenommen.

Der Rat entscheidet

„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, sagte Uwe Schmull zu dieser problemfreien Entscheidung. Allerdings machte er auch darauf aufmerksam, dass dies keine Änderung zu sofort sei, sondern dass erst der Gemeinderat während seiner nächsten Sitzung am 15. März endgültig darüber entscheiden wird, ob dieser Wahlvorschlag so angenommen wird.

„Erst kommt die Familie, dann kommt der Beruf. Dann kommt lange, lange nichts, und erst dann kommt die Feuerwehr“, versuchte Uwe Schmull schließlich zu verdeutlichen. Somit brauche es vor allem den Rückhalt aus der Familie, um die Aufgabe dennoch mit 100-prozentigem Einsatz zu erfüllen. Doch er sei überzeugt, dass die Übergabe ohne Probleme funktionieren wird, zumal er und Holger Birkner der Feuerwehr weiterhin erhalten bleiben und somit bei Bedarf beraten können.

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