Handwerker bieten vielfältige Kunst beim „Parkgeflüster“ feil

„Alles im Angebot, was keiner braucht“

Bei den zahlreichen Aufführungen versammeln sich die Menschen, die sonst verteilt im Stadtpark unterwegs sind, an zentralen Punkten: Hier bei der Aufführung des Zirkus „Kartusch“. Fotos: Hüsing

ELZE Ein Aufschrei geht durch den Stadtpark. Da wird doch wohl niemand vom Baum gefallen sein? Langsam lässt sich Melissa Nolte an dem roten Tuch nach unten gleiten – alles Teil ihrer Akrobatik-Show. In allen Ecken und Nischen im Park gibt es beim zweiten „Parkgeflüster“ etwas zu entdecken.

Selbst ein Busch dient als „Zuhause“ einer gebastelten Flohfamilie. „Wir möchten den Park beleben und, dass alle das Kleinod am Heimatmuseum für ihre Zwecke nutzen“, erzählt Jana Rozin von den Hintergedanken der Organisatoren. Bereits zum zweiten Mal hat der Elzer Kunst- und Kulturverein Fundus ein solches Fest auf die Beine gestellt. Doch vor zwei Jahren regnete es in Strömen und nur wenige Aussteller waren gekommen.

Das soll an diesem Wochenende alles anders werden: Zwar drohen dunkle Wolken immer mal wieder Unheil an, doch die Besucher des „Parkgeflüsters“ lassen sich hiervon nicht abschrecken. Den ganzen Sonntag schlendern sie in kleinen Grüppchen oder alleine durch den Stadtpark. Überall gibt es etwas zu entdecken: Unter einem großen Baum hat sich eine Menschenmenge gebildet. Sie alle staunen, welche Kunststücke die drei Schwestern Maike (18), Ida (12) und Selma (17) Weduwen gemeinsam mit Melissa Nolte (17) vollbringen. Sie turnen auf der Erde, aber auch in roten Tüchern im Baum. „Wir haben uns vor einigen Jahren eine Zirkusnummer ausgedacht. Jetzt sind wir gefragt worden, ob wir nicht mal wieder auftreten möchten“, erzählt Maike Weduwen aus Eime.

An einem Stand sind Kuriositäten zu entdecken: „Wir machen alles, was wirklich keiner braucht“, ruft Bernward Kmietsch den Interessierten zu. Gemeinsam mit seiner Frau Renate besucht er regelmäßig die Flohmärkte, auch in Dänemark. „Ich hole mir immer wieder Ideen, was man mit den alten Gegenständen noch machen könnte“, erklärt der Drechsler. So hat Renate Kmietsch kleine Porzellangefäße für Vanille und Zimt entdeckt – jedoch ohne Deckel. Kurzerhand hat sie ihren Mann gebeten, ihr aus Holz Deckel anzufertigen. Auch alte Planken für die Außenterrasse könne man noch wiederverwenden: „Sie sind super als Seifenablage geeignet“, erzählt Renate Kmietsch.

Ein besonderes Angebot bietet auch Maxie Krebs-Randolf. Sie ist extra aus der Nähe von Frankfurt angereist, um beim „Parkgeflüster“ dabei zu sein. „Ich mache Papierkreationen“, erzählt sie. Mit Ben Belenger hat sie in Elze schon einen treuen Fan gefunden. Der Sechsjährige ist mit seinen Eltern zu Gast in der Saalestadt und hat selbst viele kreative Ideen. „Er hat mich gefragt, ob ich ihm auf eine Eichel einen Schmetterling setzen kann“, berichtet Maxie Krebs-Randolf. Sie hat verschiedene Stempel und Werkzeuge mitgebracht, um den Besuchern zu zeigen, wie sie eine Serviette oder Papier prägt.

Edith Workert schwingt mitten auf der Wiese stehend den Pinsel. Sie gehört einer Malgruppe an, die nicht nur mit Farben, sondern auch mit Techniken und Materialien experimentiert. Im Laufe des Tages kommt sie mit vielen Elzern ins Gespräch, während sie weiter malt, was ihr gerade einfällt. Auch Holz, Stoffe, Grußkarten und Bücher sind an den verschiedenen Ständen zu finden. „Den Park mit allen Sinnen erleben, das ist unser Ansinnen“, verdeutlicht Jana Rozin. „Kunst verbindet und füllt den Raum“, ergänzt Sirun Böhm vom Kunst- und Kulturverein. Luise Pritzer und ihre Damen erzeugen Aufmerksamkeit: Sie schlendern vom Museumsplatz durch den Stadtpark und zeigen modische Eigenkreationen. Zu den Höhepunkten des Programms zählen die musikalischen Darbietungen vor dem Heimatmuseum und im Stadtpark. „Knocking Wood“ und „Werner“ spielen Acoustic Pop, während Ulrike Dangendorf mit ihrer Akkordeonmusik erfreut. Auch die Jugend aus Elze kommt beim Auftritt des Zirkus „Kartusch“ auf ihre Kosten und begeistert die zahlreichen Zuschauer.

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